Wie ich gelernt habe, über mich selbst zu lachen

Yoga lehrt mich so einiges. Zum Beispiel, über mich selbst zu lachen.

Wie, über dich selbst lachen?

IMG_5642 pixlr

Lass mich es dir anhand des Kopfstandes erklären. Ich weiß noch, wie ich damals in meiner WG im ganzen Flur Kissen und Decken ausgebreitet habe, um den Kopfstand zu üben. Immer wieder, immer wieder. Ich wollte unbedingt auf dem Kopf stehen. Ich wollte ein Yogi sein, der auf dem Kopf stehen kann. Wie cool wäre das denn??

Nach wie vor ist es „cool“ auf dem Kopf zu stehen. In der Zwischenzeit habe ich jedoch meinen Blickwinkel verändert. Genauso wie ich mich nicht nur körperlich, sondern auch – und das, ist das wirklich bedeutsame – geistig in Sachen Yoga weiter entwickelt habe.

Was heißt das nun?

Zurück in meine WG, damals im Jahre 2007. Immer wieder trieb ich mich an. „Mensch, das muss doch zu schaffen sein. Was muss ich nochmal beachten? Mit den Füssen näher heran laufen, Rücken gerade machen, mehr Bauchspannung, komm schon… aaahh, aahh, Herrgott nochmal, wieder umgefallen!“

Als ob einem im Leben gerne mal die gleichen „Prüfungen“ über den Weg laufen, übe ich nun – 7 Jahre später – den Unterarmstand frei zu stehen.

Und wenn ich jetzt beim schreiben dieses Textes so darüber nachdenke, gebe ich mir beim Üben immer noch technische Anweisungen. Was hat sich also verändert?

Ich fluche nicht mehr. 😉

Spaß beiseite. Meine innere Einstellung zu mir und meiner Yogapraxis haben sich verändert. Wie ich es auch in meinem Unterricht ansage, schaue ich liebevoll nach innen (Randnotiz: Es ist unerlässlich selbst zu praktizieren, was man an seine Schüler weitergeben möchte). Und wenn ich falle, das Bein nicht hoch genug  bekomme, den Bauch weich lasse… dann kann ich mittlerweile darüber lachen. Kein schimpfen, kein streng sein, kein ärgern, kein harsch sein. Einfach nur lachen.

Und so habe ich gelernt, dass die Dinge im Leben ihre ganz eigene Zeit zur Entwicklung haben und brauchen. Ich kann diesen Weg mit strenger Miene und harten Worten gehen (was die Entwicklungszeit in keinster Weise beschleunigen würde) oder einfach auch mal herzlich über mich und über die Sache an sich lachen. Und das war, weiß Gott, keine einfache Aufgabe. Viele Jahre habe ich mich und manche Dinge viel zu ernst genommen.

Wenn ich das auf den Unterarmstand übertrage, heißt das, das innerliches klein machen sich in keinster Weise förderlich auswirkt. Es bedient lediglich eine kritisch-negativ Spirale nach unten.

Pääääh! Da mache ich nicht mehr mit! Denke immer daran:

10366025_10152543529130559_2354552265073212141_n

Und da ist Yoga für mich ein gutes Übungsfeld. Was hier beginnt, kann sich weiter ausbreiten – auch außerhalb meiner Yogamatte. Dann kann ich genauso im Alltag die Stirnfalten glätten und immer öfter über mich lachen. So hat jeder seine ganz eigenen Aufgaben und Herausforderungen. Ich hoffe sehr, dass auch du von deiner Yogamatte viele Erkenntnisse und kleine Veränderungen mit in dein Leben nehmen kannst!

Yoga sozusagen als Spielwiese und Übungsfeld für „das Leben draußen“. Hier beginnt, was anschließend weiter wachsen kann.

Dieser Artikel enthält Werbung und Verlinkungen.
Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s