1 Jahr tägliche Yoga Praxis

Ich weiß gar nicht mehr genau, was mich bewegt hat, meine erste Yogastunde zu besuchen. Ganz ehrlich, von Natur aus bin ich eher faul, habe mich nie gern bewegt. Als Kind war das höchste der Gefühle ein wenig Kinderturnen und beim Handball rannte ich meist in die IMG_5563falsche Richtung. Zumindest beim Volleyball ging ich energisch zum Ball. Wo der dann jedoch landete, war wieder eine andere Frage. Ich erzähle das, weil ich schon öfter gefragt wurde: „Hast Du früher viel Sport gemacht? Warst Du ein sportliches Kind?“. Ähm, nein. Ich war ein wenig pummelig und recht bequem. Ein gemütlicher Stier, der gerne isst. 🙂

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Da stand ich nun mit 27 Jahren das erste Mal in einem Yogastudio. Es hat mir gut gefallen, das Studio und Elke, die Yogalehrerin. Sie war sehr herzlich und offen und nahm mir meine anfänglichen Hemmungen. Und ich kann mich noch genau erinnern, was nach der zweiten Stunde (in der wir übrigens die klassische Sivananda Rishikesh Reihe übten), geschah. Es schlug ein wie ein Blitz!

samuel-elias-1002344-unsplashIch erinnere mich genau, an dieses Gefühl „Das ist es“! Es ist schwer dieses Gefühl mit Worten zu beschreiben und hört sich (jetzt im Rückblick) vielleicht auch romantisch verklärt an, aber ich wusste, dass ich irgendwann einmal eine Yogalehrerausbildung machen wollte. Das wusste ich nach dieser zweiten Yogastunde. Und ganz nebenbei, ich wünsche dieses Wahnsinnsgefühl allen, die auf der Suche nach körperlicher Bewegung sind. Das sie etwas finden, das sie von innen heraus motiviert. Das sie es der Bewegung willen tun und nicht, weil „der Arzt gesagt hat“ oder ähnliches. Ob das nun etwas klassisches wie schwimmen oder radfahren ist, ob curling oder extreme ironing, ganz egal. Jeder sollte etwas finden, das diesen einen Funken entzündet, aus dem ein Feuer entsteht, das jahrelange Motivation generiert.

Ein Jahr lang praktizierte ich dann einmal die Woche im Studio, bevor ich durch einen Umzug des Studios „beraubt“ wurde und gezwungen war allein zu Hause zu praktizieren (weil eben kein Studio zur Verfügung stand). Als ich dann nach Berlin kam, Leute, ich war im Himmel! 🙂 Die Fülle an Möglichkeiten ergab, dass ich schon bald mehrmals die Woche praktizierte. Yoga war damals schon ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, hatte aber lange nicht die Präsenz, die es heute hat. Durch das mehrmalige Üben in der Woche merkte ich schnell, wie sich meine Praxis (auf verschiedenen Ebenen) weiter entwickelte. Durchaus ein gutes Gefühl.

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age-barros-425560-unsplashUnd nun 3 Jahre später habe ich mit mir selbst einen „Vertrag“ abgeschlossen. Ja, genau, einen Vertrag. In diesem Vertrag, habe ich mit mir selbst vereinbart, dass ich ein Jahr lang (fast) jeden Tag, d. h. „6 days of practice, 1 day of rest“, praktizieren möchte. Wie kam es dazu? Eine bekannte Yogalehrerin (Kino Macgregor) hat mich dazu inspiriert. Sie schrieb auf verschiedenen sozialen Kanälen immer wieder über ihre tägliche Praxis. Da las ich immer „daily practice“, „daily practice“. Und so fing ich an darüber nachzudenken, wie das eigentlich für mich wäre, so jeden Tag…? Als erstes hatte ich Angst. Angst, dass ich das nicht schaffen würde (und habe dieses Gefühl dann und wann immer noch). Es geht gar nicht so sehr darum, mit der täglichen Praxis bestimmte körperliche Übungen zu erlernen (wobei es natürlich 2-3 Posen gibt, die ich gezielt übe). Vielmehr geht es um die Erfahrung und die Gefühle dabei.

Wie fühlt es sich an jeden Tag zu praktizieren? Wird es schwer sein? Wird es leicht sein? Was ist, wenn mir Hindernisse begegnen? Unlust? Angst? Kraftlosigkeit? Wie werde ich damit umgehen? Wird sich das mit der Zeit geben? Wird es sich verfestigen? Was kann ich körperlich erfahren? Was kann ich geistig erfahren? Was kann ich emotional erfahren? Kann ich in solchen Situationen auch etwas für mein Leben „off the mat“ lernen? Wenn ja, was…? usw.

Kino-MacGregor-original
Kino Macgregor

Yoga führt uns zu uns selbst. Was auch immer das dann sein mag. 😉 Darauf muss man sich aber auch einlassen (wollen). Und ich möchte mich auf diese Reise begeben. Ich möchte es ausprobieren. Ich möchte selbst erfahren, wie es ist, jeden Tag zu praktizieren. Was auch immer dabei passiert. Ich möchte erleben, was passiert in diesem Jahr, körperlich, geistig und seelisch. Daher werde ich immer wieder Notizen machen und Veränderungen und Gedanken festhalten.

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Warum ich Euch das erzähle? Vielleicht ist es wie mit der Situation, das Rauchen aufzugeben. Manchmal hilft es andere einzuweihen, um dabei zu bleiben – also beim Nichtrauchen. Vielleicht möchte ich mit dieser öffentlichen Bekenntnis für mich mein alexandra-dech-23868-unsplashCommitment und meine Motivation erhöhen. Wie gesagt, immer mal wieder bekomme ich Angst vor diesem großen Projekt und frage mich, „was soll das, ich könnte es doch viel ‚bequemer‘ haben, merkt doch keiner, wenn ich irgendwann die tägliche Praxis aufgebe“. Daher ist es für mich ein schöner und motivierender Gedanke, wenn ich EUCH auf diese Reise mitnehmen und ab und an über meine Erlebnisse berichten kann. Wie sagt Kino? „It’s not about the asana, it’s about the journey.“ In disesem Sinne, beginnt die Reise. 🙂

Bildnachweise: „Feuerwerk“ von Samuel-Elias , „Uhr“ von Agê Barros„Weg“ von Alexandra Dech (Unsplash)
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