Jetzt mach’s halt nicht so kompliziert!

Dieser Titel wird bei Menschen, die mich gut kennen, erstaunte Gesichter hervorrufen. Auch wenn ich sonst ein Mensch bin, der eher easy-going ist und mit dem man hervorragend Spaß haben kann, ist ein anderer Teil von mir eher kompliziert. Gedankenspiralen rauf und  runter, alle Konjunktive durchdenken, massig Eventualitäten durchspielen, die Stirn kraus ziehen und grübeln. Meine Mutter fragte mich immer: „Brütest Du schon wieder?“. Ihr seht: Ich mache das schon etwas länger. Es ist schrecklich anstrengend – lässt sich aber leider nur schwerlich abstellen.

Das müssen gar keine besonderen Situationen sein. Ein Mißverständnis in der Kommunikation reicht schon aus. Dazu habe ich neulich bei den Mädels von Fuck Lucky Go Happy  etwas interessantes gesehen:

12465979_980101918704957_2347790456730337268_o

Herrlich, was erkenne ich mich wieder. Eijeijei!

Und da hing ich neulich wieder in so einer Grübelwolke und zeterte und marterte, bis mir der Satz „Jetzt mach’s doch nicht so kompliziert!“ durch den Kopf ging. Bäm! Da staunte ich. Über den Gedanken, die Einfachheit und Genialität. Für Menschen, die nicht vom „Grübel-Ufer“ kommen, wird diese Begeisterung eher Erstaunen oder ein trockenes Lachen auslösen. Sei’s drum. Für Menschen, wie mich, ist er: Einfach. Genial. Vor allem, wenn er wie ein Aha-Erlebnis plötzlich ganz präsent und umsetzbar ist.

Das klingt jetzt alles so banal. Aber manchmal ist es wirklich schwierig aus Situationen oder eingefahrenen Verhaltensmustern heraus zu finden. Es ist verzwickt. Ich denke dann sogar noch, „Das ist unklug, was du tust!“ und tue es trotzdem. So ist das manchmal. Da rede ich immer von Weiterentwicklung und wenn es dann wirklich darum geht, etwas neues umzusetzen, stehe ich mir selbst im Weg. Vielleicht kennst du das auch? Ich hoffe.🙂

Aber ich bin voller Zuversicht. Und ich glaube, dass dieses Jahr bestimmt eine gutes Jahr wird, um „Jetzt mach’s doch nicht so kompliziert“ zu meinem Credo zu machen. Und vielleicht ist das für Dich, wo Du hier gerade diesen Beitrag liest, ebenfalls eine Inspiration, mehr gedankliche und emotionale Einfachheit in Deinem Leben zu kultivieren. Und los geht’s. Denk immer dran: Auch wenn gestern scheiße war und Du in alte Muster verfallen bist, jeder Tag ist eine neue Chance. Sage ich mir zumindest.🙂

Love,

Mirijam

Yogische Weihnachten

In diesem Beitrag findet ihr ein paar „yogische“ Geschenkideen. Ich habe querbeet das Netz durchforstet und hoffe, dass die eine oder andere Idee für Euch dabei ist.🙂

 

soulbottle--Love-und-Gratitude--Trinkflasche-aus-Gla

Soulbottle, Motiv Lebensblume

bei green your life

29,90 €

 

 


 

1c8ed2ab629b21d5c0955c50efd9fd69_p1

Yogamatte Super Light Travel

von yogabox

13,90 €

 


 

Mantraband-Live-Laugh-Love-silberYogischer Schmuck, Mantra Armband

im Shop von asanayoga.de

ab 35,- €

 

 


 

yoga

Yoga Kartenset von Gertrud Hirschi

bei amazon

22,99 €

 

 


 

41M56qSplzL._UX425_

Evolution Yoga Beutel

bei amazon, 14,90 €


bambus_raeucherstaebchen_esteban_ambre

Esteban Räucherstäbchen

bei raumduftshop.de

ab 6,50 €


 

stop-the-water-while-using-me

Vegane Naturkosmetik

von  Stop the water while using me

online oder in einigen Shops in Berlin

 


 

Crazy Rumors LippenpflegeCZR-00111-8

Spiced Chai

online oder bei veganz, ab 3,95 €


Bulldog1.jpegBulldog

vegane Männerkosmetik


Ich wünsche Euch ein schönes Weihnachtsfest 2015!

Love, Mirijam

Was bin ich aufgerufen in dieser Welt zu tun?

Seit meiner Rückkehr aus dem Kloster habe ich viele interessante Gespräche darüber geführt. Nach ein paar Minuten Detailschilderung kommt fast immer die Frage, und warum hast Du das gemacht?

In meiner Yogalahrerausbildung hatte ich schon „Feuer 2015-10-25gefangen“ und wollte Schweigen seither einige Tage am Stück erleben. Abgesehen von diesem Wunsch, passt es ganz gut zu der Lebensphase in der ich mich momentan befinde. Ich wollte mir eine kleine Auszeit nehmen, um über den Sinn des Lebens nachzudenken. An diesem Punkt werden die Augen meines Gegenübers meistens groß. „Oje! Sinn des Lebens“, mag der eine oder andere innerlich aufstöhnen. Klar, auch ich habe mich öfter gefragt, ob das nicht absolut intellektueller Luxuskram ist. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Die Fragen dazu bleiben. Also wollte ich dem ein wenig intensive Investigationszeit widmen. Gleichzeitig wissend, dass nach einer Woche Schweigen – oder was auch immer – nicht alle Fragen beantwortet sind.

Man könnte die Sinnfrage auch als „Aufgabe“ umformulieren. Das ist ganz losgelöst davon, man müsse in diesem Leben eine Aufgabe erfüllen, um wertvoll bzw. geliebt zu sein oder ein sinnvolles Leben zu führen. Zumal sich da auch wieder die Frage stellt, von wem soll diese Aufgabe denn kommen? Das sind interessante Fragen, auf die jeder von uns andere Antwortet findet.

3d white people with a question markIch denke, die Sinnfrage kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Leben auftauchen. Das muss nicht bedeuten, dass das eigene Leben schlecht wäre. Es kann sein, dass man sich diese Frage in schwierigen Zeiten stellt, genauso wie in guten. Mein Leben hat sich die letzten Jahre überhaupt erst sortiert und ich empfinde es als glücklich und gut. Ich glaube gerade weil die „Basis“ geschaffen ist, ist es für mich Zeit darüber nachzudenken.

Woher dieser Wunsch und diese Sehnsucht käme, wurde ich gefragt. Was wäre, wenn ich keine Antwort fände? Ob es nur einen Sinn gäbe oder nicht verschiedene in den unterschiedlichen Lebensphasen? Warum ich über soetwas nachdächte, wo mein Leben doch gut sei?

image tvZu letzterer Frage machte ein guter Freund von mir einen witzigen und überaus treffenden Vergleich. Er sagte, es sei, wie wenn man fern sähe, und plötzlich schaue man in HD.🙂 Genau so. Mein „Fernsehprogramm“ ist gut und abwechslungsreich. Und gleichzeitig, habe ich das Gefühl ich könnte auch in HD schauen. Gerade die einfachen und alltagstauglichen Vergleiche machen eine so abstrakte Sache wie den Sinn des Lebens ein wenig greifbarer.

Ich war schon immer ein Mensch, der sich viele Fragen gestellt, gezweifelt und gegrübelt hat. Damit habe ich meinen Frieden gemacht. Und auch hier gibt es Phasen in denen die Fragen drängender sind, als in anderen. Dazu passend fällt mir ein Gedicht von Rainer Maria Rilke ein. Gerne möchte ich mit einem Zitat von ihm schließen „Man muss Geduld haben / Mit dem Ungelösten im Herzen, / die Fragen selber lieb haben“. Amen. Nothing to add.

Die Schildkröte oder Umarme den Fortschritt

IMG_7149 KurmasanaDas ist Kurmasana, die Schildkröte.

Ziemlich früh in meiner „Yoga-Karriere“ machte ich Bekanntschaft mit dieser Haltung. Im Yogastudio zauberte sich die Lehrerin geschmeidig in selbige und ich dachte nur: „Zur Hölle! DAS ist unmöglich!“. Viele Jahre war es das auch. Alles schien zu kurz, zu eng, zu fest oder sonstwie ungeeignet. Daher hegte ich keine besondere Zuneigung für diese Pose und speziell geübt habe ich sie schon mal gar nicht. „Gekonnt“ hätte ich sie trotzdem gerne. ;)  Erst durch kontinuierliches üben anderer Haltungen öffnete sich mein Körper für diese eine.

An dieser Stelle springen wir vom ersten Teil des Blogtitels „Schildkröte“ zum zweiten „Umarme den Fortschritt“. Wie oft im Leben haben wir Ziele, die wir erreichen wollen? Ein gülden schimmerndes Ziel, nennen wir es Z, das uns aus der Ferne verlockend zuwinkt. Da stehen wir nun bei A und bewundern unser Z; wir wünschten uns schon am Ziel. Was leider zwischen A und Z steht ist, „der Weg“. Lang und schwierig scheint er und es fühlt sich auch so an. Ach, was wäre es schön, schon da zu sein? Startschwierigkeiten bremsen uns vielleicht gleich zu Beginn, unterwegs liegen noch Steine im Weg und schon schwindet die anfängliche Begeisterung dahin. Das Ganze wird dann gern mit kritischen Tönen unsererseits untermalt, d. h. es wird geschimpft und genörgelt, festgestellt, dass wir nicht dazu taugen und sowieso ist alles bää#!&%h!

IMG_7179 kurmasana pre
Das Maximum am Anfang

Springen wir zurück zur Schildkröte: Es hat mich 7 Jahre gekostet in diese Haltung zu kommen. In Worten: Sieben. Über etliche Umwege bin ich dort angelangt. Mal hat es Spaß gemacht, die meiste Zeit jedoch nicht. Dabei geht es auch gar nicht darum, ob ich in Kurmasana komme, oder nicht. Es geht darum, dass ich auf dem Weg viel gelernt habe. Gelernt über mich, meinen Körper, meine Einstellungen und Überzeugungen. Und auch Du kannst auf Deinen Wegen viel lernen – egal, ob es um Yoga geht oder um etwas anderes.

Wenn Du ein Ziel hast und auf dem Weg dorthin merkst, dass der Motor stottert, dann hilft es zu fragen: Was ist denn mit den Schritten von A nach B (nach C)? Manchmal geht es vor, manchmal zurück, doch wohin richte ich meinen Blick? Nimm die Veränderungen wahr! Was ist heute anders als gestern? Was ist diesen Monat anders als letzten, usw? Das ist unheimlich wichtig, um Dich zu motivieren und positiv zu bleiben. Umarme den Fortschritt mit einem großen Lächeln. Du gibst viel und bekommst viel zurück – ganz sicher. Auch wenn Du letzlich vielleicht ganz woanders „raus kommst“, gelernt hast Du in jedem Fall. Und das ist doch so oder so das wichtigste auf dem Weg, wohin auch immer.🙂

Der „geradlinige“ Lebenslauf oder Ich habe mich entschieden, also bleibt es dabei…?

Heute stolperte ich im Gespräch mit Freundinnen über das Thema „geradlinige Lebensläufe“ und wie das mit der beruflichen Entwicklung so „abzulaufen“ hat.

hg-strasseImmer wieder mache ich große Augen, wenn Mittzwanziger überzeugt davon sind, dass in beruflichen Dingen schon alles „festgeschrieben“ ist. Man hat sich für einen Studiengang oder eine Ausbildung entschieden, ja und dann ist das eben so. Nach dem Abschluss sucht man sich dann einen Job respektive Festanstellung, vielleicht wagt man auch den Sprung in die Selbstständigkeit, aber dann arbeitet man auch bitteschön in „seinem Metier“. Schließlich war das Studium teuer und man will ja in der Karriere auch irgendwohin kommen, etc. Aha, denke ich da. Es sei mal dahin gestellt, ob das die Menschen glücklich macht, aber vielleicht ist glücklich sein auch ein Luxus, den man sich heutzutage nicht mehr leisten kann?

Angst?Sicher gibt es Umstände im Leben, die einem nicht so viele Spielräume lassen. Das ist mir schon klar. In den meisten Fällen gehe ich jedoch davon aus, dass einen dann doch die Angst vor … (fülle die Lücke) daran hindert, Dinge im Leben zu verändern. Der Druck muss ganz schön hoch sein, um es endlich „anzupacken“.  Oder die Sehnsucht.

schwelleWir haben jedoch die Möglichkeit zur Veränderung. Zu jeder Zeit in unserem Leben. Es ist eben die Frage, ob ich willens bin, das damit verbundene „Risiko“ einzugehen. Kann ich mit den daraus folgenden veränderten Umständen, bspw. finanzieller Natur, leben? Im Vorhinein genau bestimmen zu wollen, was ich wofür aufgebe/verändere, ist unmöglich. Man kann viel planen und doch gibt es viele Faktoren, auf die man keinen Einfluss hat oder die man eben nicht vollständig kalkulieren kann.

Ich kann die Angst vor Veränderung gut nachvollziehen. Ich bin kein Freund von Veränderungen und ungeplanten Ereignissen. Ich mag noch nicht mal Überraschungen. Und trotzdem habe ich mit 28 mein Leben – zumindest für mich – radikal geändert. Ich habe meine Heimat verlassen (wo ich doch niemals weg wollte), meinen Job aufgegeben, bin in finanziell unsichere Zeiten gesteuert, um 500 km entfernt ein Studium zu beginnen. Voller unbekannter Dinge, in einem fremden Umfeld. Für viele ist das sicher keine große Sache, für mich war es das schon. Ich bin kein Abenteurer und ich wußte nicht genau, was dabei „heraus kommen“ würde.

Mittlerweile habe ich meinen Abschluss längst in der Tasche, bin in Berlin gelandet und glücklich. Beruflich hat es sich jdeoch anders entwickelt, als ursprünglich geplant. Das war mit einer krisenhaften Zeit verbunden, aber nun ist es gut so wie es ist. Erst einmal. Ich spreche hier ja von Veränderung.😉

VeraenderungWas ich sagen will, es ist nie zu spät für Veränderungen (und schon gar nicht Mitte 20). Es müssen ja nicht gleich die lebensverändernden Entscheidungen sein; Job hinschmeißen und auswandern. Aber Aussagen wie, „Eigentlich wollte ich immer XY werden“, machen mich traurig. Denke daran, auch kleine Veränderungen können schon viel bewirken. Jeder von uns hat es verdient in diesem Leben glücklich zu sein! Der gedanklich gesetzte Lebensentwurf muss nicht „bis zum Ende durchgezogen“ werden. Es darf Brüche geben. Abzweigungen sind willkommen. Es warten sicher ganz wundervolle Dinge auf Dich!🙂

„Warum?“ ist eine Sackgasse

In letzter Zeit habe ich viel über die Frage „warum?“ nachgedacht. Und immer mehr komme ich zu dem Schluß: „Warum?“ ist eine Sackgasse.

topteaser-sackgasse-shutt_4726561Natürlich gibt es Momente in denen man sich, ich nenne es mal, „Globale“ Warum-Fragen stellt. Beispielsweise: Warum gibt es Krieg auf dieser Welt? Warum müssen Menschen auf dieser Erde hungern? Warum gibt es Naturkatastrophen? Diese Fragen meine ich nicht.

Es geht mir um Warum-Fragen, die auf die eigene Person bezogen sind. In unser aller Leben gibt es Situationen in denen wir vor einem großen „Warum“ stehen.

warum-001

  • Warum finde ich keinen Job/Anstellung?
  • Warum hat er/sie mich verlassen? Warum finde ich keinen PartnerIn?
  • Warum bin ich „anders“ als die anderen? Warum kann ich nicht dazu gehören?
  • Warum unterstützt mich meine Familie nicht?
  • Warum bin ich krank geworden?

Es ist ganz natürlich, dass sich solche Fragen auftun. Und es ist auch heilsam sich Warum-Fragen zu stellen – schließlich führen sie zu einem tieferen Verständnis der Verhältnisse. Sie bringen dich in eine Analyse der Situation. Es ist hilfreich die Dinge auch mal auseinanderzunehmen und sich im einzelnen anzuschauen.

Und nach dieser Phase möchte ich mit meiner Sackgassen-These ansetzen. Denn was passiert im Anschluss? Was passiert, wenn du dir ausreichend Zeit zur Analyse, aber auch zum wehklagen, trauern, jammern und beweinen genommen hast?

Was passiert danach?

Stehst du in einer „innerlichen Sackgasse“? Drehen sich die Gedanken weiter um die Warum-Frage? Und das ist genau der Punkt, der dich nirgendwo hin führt. Sich weiter „warum“ zu fragen wird dir auf Dauer  keine neuen Perspektiven eröffnen. Es erstickt deine Handlungsenergie. Es lässt dich stehen bleiben. Es hält dich fest. Es zieht dich runter. Es nimmt dir mehr, als dass es dir gibt.

id_68272_79051Ich möchte mich an dieser Stelle für ein Heraustreten aus der Warum-Sackgasse stark machen. Raus aus der Warum-Sackgasse und rein in die Handlung! Deinen Blick wieder öffnen.

Stelle dir Fragen wie:

  • Was kann ich jetzt tun?
  • Wie kann ich die Situation verändern?
  • Was kann ich anders machen als bisher?
  • Wie kann ich mir selbst helfen? Womit kann ich mir selbst helfen?
  • Wo kann ich Unterstützung finden? Wer kann mir in dieser Situation helfen?

images vorbei an sackgasseDas sind sicherlich Fragen, die dich in die Handlung bringen und deinen Blick öffnen. Veränderung kommt nicht über Nacht, fängt jedoch damit an, dass du in ihre Richtung blickst!🙂

Ich hoffe, dass dir dieser Artikel eine Anregung sein kann – insbesondere wenn du gerade das Gefühl hast in einer Warum-Sackgasse zu stecken.

Love,

Mirijam

Der Tod und meine positive Nachricht daraus

Eine Freundin von mir sagt bei Trauerfällen gerne: „Es ist immer zu früh“. Ich weiß, sie sagt das in tröstender, mitfühlender Absicht. Trotzdem habe ich oft einen Widerstand, vielleicht soschw Rosegar Widerspruch, in mir gespürt. Nicht, dass ich in meinem Leben besonders viele Todesfälle von lieben Menschen hätte erleben müssen. Daher kann ich mich vielleicht gar nicht adäquat dazu äußern; ist die Frage wieviele Todesfälle man erlebt haben muss, um dies tun zu können. Ich tue es trotzdem. Denn ich möchte trotz des traurigen Themas „Tod“ eine positive Nachricht senden.

Sicherlich gibt es überraschende und überaus tragische Todesfälle, wo Menschen ganz plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen werden. Oder aber auch nach einer Erkrankung sterben. Ich muss jetzt hier nicht alle Möglichkeiten aufzählen. Grundsätzlich steht die Annahme dahinter, dass der Tod erst spät(er) im Leben ein Thema ist. Und das ist er eben nicht. Es klingt trivial, aber es kann jederzeit soweit sein.

Wie oft habe ich den Spruch, „Lebe diesen Tag, als ob es Dein letzter wäre“, gehört. Ich habe dann immer Scherze gemacht und gesagt, ich würde mein Konto plündern und alles auf den Kopf hauen. Als ich mich ernsthafter damit auseinanderzusetzen begann, sagte ich, dass ich meinen Liebsten nochmal sagen würde, wie gern ich sie habe. Und heute bin ich an dem Punkt angelangt, dass ich das dann auch tue, wenn mir dieser Gedanke über den Weg läuft. Ich rufe schnell zu Hause an und sage meiner Mutter, wie lieb ich sie habe. Kitschig? Vielleicht. Meine Mutter freut sich jedes Mal. Und jemanden übers Telefon so glücklich zu machen, ist allen Kitsch dieser Welt wert. Ich schreibe Karten an Menschen, die ich gern habe und lasse sie wissen, dass ich an sie denke und sie mir wichtig sind.

Will sagen: Es geht darum, die Zeit, die wir JETZT miteinander haben wirklich zu teilen!  Und ich weiß, es gibt Umstände, die dies verhindern oder erschweren. Vielleicht ist es dann eine gute Idee, dort zu beginnen, wo es derzeit möglich ist. Die anderen Dinge, werden zur rechten Zeit kommen.

waldwegAls meine Oma vor einigen Jahren gestorben ist, war alles gesagt. Und das im positiven Sinne. Wir hatten uns gesagt, wie sehr wir uns lieben, uns Berührung und Nähe geschenkt, uns zugehört, miteinander geschwiegen, gelacht und geweint. Als sie dann von uns ging, war es okay – zumindest für mich. Dann beginnt der Prozess des Loslassens, der genauso zum Sterben dazu gehört. Und loslassen hat in keinster Weise etwas mit vergessen zu tun! Die Menschen, die wir lieben, sind ein Teil von uns, sie sind in unseren Herzen und können von dort niemals verschwinden! Auch heute noch sind Menschen, die in dieser irdischen Form nicht mehr bei mir sein können, in meinem Herzen. Ich erinnere mich an schöne Momente, lache und weine, lasse alles so kommen, wie es eben kommen mag. Ich kann akzeptieren, dass es Dinge gibt, die außerhalb meiner Kontrolle liegen. Es gibt einen höheren Plan (egal, wem man diesen nun zuschreiben möchte) auf den ich keinen Einfluss nehmen kann.

Herz schenkenUm den Bogen wieder zum anfänglichen Spruch zu schlagen. Mein Vorschlag ist, die Möglichkeiten, die sich uns jeden Tag bieten, zu nutzen und andere geliebte Menschen wissen zu lassen, wie wertvoll sie für uns sind. Dann ist alles gesagt.🙂